begriffe architektur

das kleine "begriffslexikon" zur architektur wurde aus folgenden büchern zusammengestellt:
"gechichte der architektur - von der antike bis heute" von jan gympel, könemann 1996
"gechichte der architektur - des 20. jahrhunderts" von jürgen tietz, könemann 1998
dumonts schnellkurs "architektur" von eva howart DuMont-buchverlag 1992/1997
"architektur" von hilary french, prestel- verlag münchen-london-new york 1999
"schnellkurs architektur" von christoph höcker, dumont 2002

"schnellkurs architektur im 20. jahrhundert" von ursula kleefisch-jobst, dumont 2003


illustrationen : schülerInnen der secunda/prima a/b des pädagogischen ausbildungszentrums neue mittelschule bern


index



a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w z


a
abstraktion tendenz in der modernen kunst (seit etwa 1850) formen zu reduzieren bis hin zur abstraktion -vor allem in der malerei (piet mondrian, malewitsch, kandinsky u.a.)
antike sammelbezeichnung für die beiden frühen europäischen hochkulturen: die griechische (blütezeit 5. und 4. jh.v.chr) und die römische (blütezeit 1. und 2. jh.n.chr.)
apsis meist halbrunde,überwölbte altarnische am äussersten chorende einer kirche (ev. mehrere apsiden)
aquädukt römisch-antike wasserleiteung, bei der durch eine oft mehrstöckige bogenbrücke das wasser offen oder verdeckt in die stadt fliessen konnte
architrav in der antiken -und der von ihr beeinflussten-baukunst der waagrechte, auf den säulen liegende hauptbalken, der seinerseits den oberbau trägt.
archivolte profilierte einfassung eines rundbogens. auch bogenläufe im gewände romanischer und gotischer portale
arkade bogen- oder bogenreihe, die auf pfeilern oder säulen ruht
art deco kunstströmung der 1920- /30er jahre. der name leitet sich von der "exposition internationale des arts decoratifs et industriels moderns" ab (paris 1925). merkmal: kubisch- kantige formen
arts-and-craft-bewegung von w. morris, ph. webb und j. ruskin geführte bewegung im kunsthandwerk, die sich für eie rückwendung zur handwerklichen tradition mittelalterlicher prägung - gegen industrielle massenproduktion starkmachte (ausgehend von england seit mitte 19.jh.
attika aufsatz im dachbereich (oberhalb des haupt- od. kranzgesims). oft plastisch verziert.

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b
bündelpfeiler um einen kernpfeiler angeordnete gruppe von kleinen und grossen dreiviertelsäulen (junge und alte dienste)
balustrade geländer aus stark profilierten, runden oder vieleckigen säulen aus stein oder holz. im barock manchmal auch als dachabschluss
barock (port.: barocco= steinchen, schiefrunde perle) der begriff wird ab dem klassizismus für die epoche nach der renaissance (17./18. jh.) angewandt und meint "absonderlich", "schwülstig". farbige,opulente dekorationen oftmals aus gips gefertigt (stuck - stukkatur)). die wiederbelebung des barock erolgte durch den neo-barock (ab 1850)
basilika ursprünglich markt und gerichtshalle des röm. reiches.vom christentum wurde die form übernommen. es handelt sich hier meist um ein mehrschiffiges langhaus mit einem mittelschiff, das die seitenschiffe überragt und eine fensterzone - den gaden- aufweist
basis der fuss einer säule, eines pfeilers oder einer statue; auch standfläche eines gebäudes
basisrelief flachrelief, das nur eine geringe raumtiefe besitzt aber raum simuliert
bauhütte die gemeinschaft der bauleute und steinmetze an einem mittelalterlichen kirchenbau. die "münsterbauhütte ds berner münsters liegt am langmauerweg an der aare.
bauhaus durch das bauhaus wurde der funktionalismus zum vorherrschenden prinzip in der organisation von architektur im 20. jh.
beton gussstein aus sand, kies und zement. durch eine schalung wird er in die gewünschte form gebracht. seit 1879 in frankreich von hennebique zum stahlbeton (mit eisen oder stahlgerüst) entwickelt, was die belastbarkeit zusätzlich erhöht! bei hallenbauten können so enorme spannweiten erreicht werden. durch die variable einsetzbarkeit wurde der beton zum wichtigsten baustoff des 20. jahrhunderts. (perret, corbusier u.a.)
blendarkade/ blendbogen einer geschlossenen wandfläche "vorgeblendete" arkaden oder bogen
bogen die verbindung zwischen zwei stützen aus einem kreiselement hergeleitet. die bogenform kennzeichnet oft eine spezielle stilepoche : halbkreisförmige bogen in der romanik / renaissance, spitzbogen in der gotik. funktional dient der bogen zur aufteilung und ableitung von vertikalen kräften auf mehrere stützen. der erste stein ist der anfänger, im höchsten punkt (scheitel) sitzt der schlussstein. die ansichtsseite heisst "stirn", die innenseite "bogenlaibung"
bordüre ornamentale verzierung im bereich eines stoffes oder einer wandfläche
bosse die verzierung des schlusssteins im schnittpunkt der gewölberippen bei gotischen bauwerken

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c
CIAM "congres internationaux d'architecture moderne". le corbusier und gideon gründeten 1927 dieses internationale avantgardeforum für architekten der moderne. themen: "die wohnung für das existenzminimum", "rationelle bauweise" (gropius), "die funktionelle stadt"
chor früher nur für den chorgesang bestimmte, höhergelegene östliche raumteil in christlichen kirchen. seit dem 8./9. jh. wird die gesamte verlängerung des mittelschiffes als chor bezeichnet (zwischen apsis und querschiff)
chorumgang ein um den chor herumlaufender gang als weiterführung der seitenschiffe. er wird meist durch offene bogenstellung vom chor getrennt
curtain wall engl.: vorhangfassade ...vor eine tragende konstruktion gehängte, nichttragende fassade oder wand aus glas, granit oder kunststoff

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d
dach der obere abschluss eines gebäudes mit unterschiedlichsten formen. z.b.: satteldach mit zwei gegeneinander gelehnte dachflächen mit einer dreieckigen gibelfläche an den schmalseiten... walmdach mit allen dachflächen zu einem sch,alen grat hin geneigt. beim "neuen bauen" wurde verbreitet das flachdach angewendet, was zu rein kubischen baukörpern führte.
de stijl von piet mondrian 1917 gegründete künstlergruppe (th. v. doesburg, g rietveld, j.j.p. oud). ihr ziel war eine abstrakte, von zierat traditioneller architektur befreite formensprache in kunsthandwerk und architektur
dekonstruktivismus dekonstruktive bauten sind -in abgrenzung zur klassischen moderne und zur postmoderne- durch sich überschneidende, gesplitterte und abgeschrägte formen gekennzeichnet, was den eindruck von destabilisierung erweckt. die scheinbare technische unmglichkeit, überraschende materialverwendung und die ungewohnte formensprache lösen beim betrachter meist erstaunen aus. hauptvertreterinnen: gehry (u.a. "vitra dsign" in weil am rhein und bilboa), liebeskind (baut brünnen b. bern), hadid ("vitra dsign" in weil am rhein), coop, himmelblau, p. eisenmann, b. tschumi u.a.
dekor gesamtheit aller zur ausschmückung dienenden gegenstände und einzelmotive eines bauwerkes
deutscher werkbund kunsthandwerker,industrielle und architekten deutschlands gründeten 1907 diese vereinigung zur förderung der nationalen kunstproduktion und deren wirtschaftlichen und industrielllen verbreitung
dienst hohe halb- oder dreiviertelsäulen an der wand oder am bündelpfeiler in der gotischen baukunst
dorisch älteste der 3 wichtigsten säulenordnungen der griechischen antike - ohne basis, mit kannellierten säulen, wulstartigem kapitell und triglyphenfries

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e
eisenbaukunst eisen ist seit dem 19.jh. ein verbreitetes baumaterialfür tragende konstruktionen von bauten. eisenkonstruktionen finden sich vor allem bei ingenieurbauten (kristallpalast von paxton u.a.). berühmtester eisenbau: pariser eiffelturm von eiffel.
eisenbeton die kombination von eisen- oder stahlgerüst mit beton erhöht die belastbarkeit des betons erheblich. siehe beton
eklektizismus vor allem während des historismus und der postmoderne übliche vermischung mehrerer historischer stilelemente aneinem bau
empore tribüne oder galerie im kirchenraum zur vergrösserung der nutzfläche, zur absonderung bestimmter gruppen der gemeinde und zur gliederung der wand
emporenbasilika basilika, die über den seitenschiffen emporen aufweist
epoche zeitlicher abschnitt, in welchem sich ein bestimmter baustil und dessen charakteristischen dekorationsformen oder ornamente entwickeln.
erker der ein- oder mehrstöckige anbau an der fassade oder an der hausecke. der erker wird von konsolen oder auskragungen getragen
expressionismus zu beginn des 20. jahrhunderts (vor allem in west- und mitteleuropa) verbreitete kunstströmung in der malerei ("brücke" / "fauves") und architektur ("amsterdamer schule"). der architektonische "expressionismus" ist vor allem gekennzeichnet durch stark bewegte und kleinteilig ornamentierte formen, aber auch durch die farbigkeit der bauten. wichtigste baustoffe sind backstein und klinker

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f
fassade stdie schauseite, das gesicht (lat. facies: gesicht) eines hauses. die fassade zeigt meistens die charakteristischen stilmerkmale der bauepoche oder zustände aus verschiedenen bauetappen. (anbauten, renovationen usw.)
fauves (frz.: die wilden) künstlergruppe um henri matisse, die -fast zeitgleich mit den künstlern der "brücke"- eine von heftigen formen und vom naturstudium beeinflusste, ausdrucksstarke kunst etablierten
fayence farbig lasierte tonware. der name stammt von der stadt faenza; sie war in der renaissance das zentrum der fayence-produktion.
fiale kleines spitzes türmchen als typische zierform der gotik. flankiert paarweise oft wimperge oder schliesst strebepfeiler ab.
first linie, an der die dachflächen eines hauses zusammenstossen
freitreppe ausserhalb eines gebäudes angelegte treppe ohne dach
fresco bereits in der antike bekannte maltechnik, bei der mit wasser angeriebene, kalkbeständige farben auf den frisch aufgetragenen kalkputz "gemalt" werden (raffael / michelangelo / tiepolo u.a.)
fries waagrechte, meist mit ornamenten oder figuren versetzter wandstreifen zur optischen gliederung/ belebung oder zum schmuck von flächen. im antiken tempelbau: fläche zwischen architrav und gesims
funktion/funktionalismus seit sullivan ("form follows function") - bis zur postmoderne - dominiert die idee der funktion eines gebäudes,womit eine höchstmögliche wirtschaftlichkeit erzeugt werden sollte. im industrie- und wohnbau wurde auf als überflüssig erachtete repräsentationsräume oder dekoration verzichtet. siehe auch "bauhaus". kritik erhielt der funktionalismus vor allem aus den strömungen postmoderne und dekonstruktivismus, die sich gegen eine einseitige funktionale ausrichtung in der architektur aussprachen.
futurismus kunstströmung in italien vor dem 1. weltkrieg, die von einer grossen zukunftsbegeisterung geprägt war (geschwindigkeit, technische errungenschaften)

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g
gaden fensterzone im mittelschiff einer basilika. (lichtgaden oder obergaden)
galerie nach einer seite offener, langgestreckter gang. im schlossbau der renaissance und dem barock ein repräsentativer verbindungsgang; offener laufgang an kirchen- oder wehrbauten
gebälk allgemein: sammelbezeichnung für das balkengefüge eines holzhauses
beim steinbau: die zur deckenkonstruktion gehörenden balken
in der antike: die gesamtheit von architrav, fries und gesims.
gesims waagrecht aus der wand hervortretendes bauelement zur horizontalen gliederung einer wand oder eines baukörpers. bei den klassischen säulenordnungen ist es der oberste abschluss des gebälks
gewände in der romanik und gotik oft reich verzierte schräge fläche zwischen der wand und einem portal oder eines fensters
gewölbe im gegensatz zur kuppel eine gewölbte überdachung. einfachste form ist das tonnengewölbe mit einem halbkreisförmigen querschnitt. das kreuztonnengewölbe entsteht durch die rechtwinklige durchdringung zweier gleichgrosser tonnengewölbe; die sich kreuzenden schnittlinien bezeichnet man als grate (kreuzgratgewölbe). anstelle der grate können auch gemauerte rippen auftreten (kreuzrippengewölbe)
giebel dreieck, das die schmalseite eines satteldaches nach oben hin abschliesst (siehe auch tympanon). der giebel kann dreieckig (=dreiecksgiebel),segmentbogenförmig (=segmentgiebel) oder abgestuft sein (=staffel- oder treppengiebel). in der renaissande und im barock ziert der giebel oft auch fenster und portale.
glasarchitektur glas als baustoff setzte sich seit dem kristallpalast von paxton in der architektur zunehmend durch. wichtiger baustoff für curtain walls (bei mies v. d. rohe und architekten der 90er jahre wie j. nouvel)
gotik stilrichtung, die ihren ursprung um etwa 1140 im bereich der ile de france (paris) hat.aufwärtsstrebende bündelpfeiler und spitzbögen kennzeichnen die gotische architektur. während in italien bereits um 1400/1420 die renaissance einsetzte, kann in deutschland bis nach 1700 eine spätgotische tradition festgestellt werden.
bereits im 18. jh. finden sich u.a. in england und deutschland erste bauten im stile der neogotik.
gurt / -bogen gurtartiger verstärkungsbogen, der quer zur hauptrichtung eines tonnengewölbes verläuft

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h
halbsäule aus dem mauerwerk nur zur hälfte hervortretende säule
hallenkirche langbaukirche, deren seitenschiffe annähernd dieselbe höhe erreichen wie das mittelschiff . mittel- und seitenschiffe sind oft unter demselben dach zusammengefasst.
hauptschiff hauptraum einer kirche. bei mehrschiffigen kirchen ist es das mittelschiff.
high-tech-architektur architektur mit deutlich technisiertem erscheinungsbild (seit 80er jahren). die hauptvertreter sind n. foster, r. rogers, renzo piano ("centre pompidou" in paris)
historismus sammelbegriff für architekturformen, die 1860 - 1910 auf älteren stilrichtungen basieren (klassizismus/ neogotik/ neorenaissance/ neobarock/ neoromanik und neoklassizismus)
hochhaus um eine möglichst ökonomische ausnützung der teuren grundstücke in new york zu erreichen, setzte in amerika um 1880 der trend ein, in die höhe zu bauen ("school of chicago"). in den 1920ern und später in den 90er jahren entbrannte ein wettstreit darum, wer das höchste haus der welt bauen könne.
holzbau traditionelle bauform seit der antike. unter dem gesichtspunkt von ökologie und ökonomie erlebte der holzbau in den 1990er jahren eine "renaissance".
hufeisenbogen hufeisenförmig eingezogener rundbogen

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i
illusionismus es wird eine täuschende nachahmung der wirklichkeit angestrebt,indem auf einer 2-dimensionalen fläche eine 3-dimensionale wirkung erzeugt wird (scheinarchitektur)
ingenieurkunst bauwerke, die seit der antike nur durch besondere technische kenntnisse realisiert werden konnten. im 19. jh waren das vor allem bahnhofshallen, brücken und andere eisenkonstruktionen, wie der eiffelturm. zu den spitzenleistungen der ingenieursbaukunst des 20. jh. zählen u.a. die bauten im bereich des stadionbaus (p.l..nervi / f.otto)
inkrustation verkleidung von fassaden mit verschiedenfarbigen steinplatten seit der antike
ionisch zweitältester stil der griechischen antike (säulenordnung)

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j
joch das gewölbefeld zwischen den stützen einer kirche. die joche eines bauwerkes werden in der richtung der längsachse gezählt (siehe auch "gurte")
jugendstil deutsche bezeichnung und spielart des "art nouveau" (frankreich), "modern style" (england), "stile liberty" (italien) oder "modernismo" (spanien).
der stil mit den vielfach flächigen und vegetabil-gebogenen ornamenten nimmt eine gegenposition zur akademischen kunst ein

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k
kämpfer teil einer säule oder steinlage einer wand, der einen bogen oder ein gewölbe trägt
kannelierung/ kanneluren senkrechte, konkave (nach innen gebogene) rillen an säulen-, pfeiler- oder pilasterschäften
kapelle kleiner, selbständiger kultraum als an- oder einbau in kirchen (siehe auch apsis)
kapitell oberer abschluss von säulen, pfeilern oder pilastern, mit ornamentaler, pflanzlicher oder figürlichr ausformung. anhand der kapitellformen lassen sich die griechischen säulenordnungen bestimmen.
kassettendecke in kastenförmig vertiefte felder gegliederte decke z.t. mit ornamenten oder gemälden verziert
kathedrale die bischofskirche einer stadt. wird gebietsabhängig dom oder münster genannt.
kehle eingeschwungenes gegenstück zu einem stab oder einer wulst. als zierprofil wird die kehle oft an gesimsen, portalen und möbeln eingesetzt.
klassizismus wiederaufleben des klassischen formenrepertoires aus der antiken architektur am ende des 18. und zu beginn des 19. jahrhunderts ( in europa und amerika)... schinkel
klinker bei grosser hitze gebrannter backstein, dessen poren dadurch versintern und eine wasserabweisende, glasartige oberfläche erhalten
kolonnade säulenhalle oder säulengang. ein überdachter raum, der durch die aneinanderreihung mehrerer säulen dürch ein gebälk entsteht.
kolossalordnung säulenordnung, die über mehrere stockwerke (mindestens 2) reicht und diese als einheit zusammenfasst. (michelangelo und palladio)
konsole ein aus der mauer vorspringender tragstein (kragstein).er dient als basis für balkone, erker, figuren und bögen und ist oft als zierglied geformt.
konstruktivismus nach den vorstellungen von tatlin und el lissitzky aus der jungen sowjetunion sollte die architektur auf unbedingt notwendige funktionale elemente reduziert und nur noch durch die reine konstruktion dominiert werden.
korinthisch jüngster stil der klassischen säulenordnung
krabbe kriechblume auf den kanten gotischer zierglieder (fiale/ wimperg/ turmpyramide)
kragstein siehe konsole
kranzgesims gesims als abschluss unter dem dach - oft von konsolen gestützt. es soll das regenwasser von der wand abhalten
kreuzgang gang um einen viereckigen, offenen hof im kloster für kreuzprozessionen
kreuzgratgewölbe gewölbe, das durch die schnittmenge zweier tonnengewölbe entsteht. mit den graten als durchdringungs- und schnittlinien .siehe gewölbe
kreuzrippengewölbe die kreuzrippen sind das skelettartige traggerüst für das kreuzrippengewölbe. sie leiten die kräfte auf die4 stützpunkte ab. das ermöglicht eine extreme verschlankung der skelettbauweise bei gotischen kathedralen siehe gewölbe
krypta grabraum eines märtyrers in den katakomben (frühchristliche zeit). halb unterirdischer raum unter dem chor einer kirche zur aufbewahrung von reliquien und als grabstätte für heilige oder würdenträger
kubismus (lat. cubus: würfel) ab 1907 von picasso, braque und delaunay geprägte stilrichtung, bei der natürliche formen auf ihre kubischen grundstrukturen reduziert wurden. in der architektur die bewegung der prager kubisten
kuppel gewölbe- und dachform auf rundem, quadratischen oder mehreckigem grundriss in der form eines kugelsegmentes
kuppelgewölbe gewölbe, das aus einer folge von kuppeln besteht

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l
laibung die innenseite eines bogens
langbau im gegensatz zum zentralbau weist der langbau (langhausbau) eine deutlich erkennbare längsausdehnung aus
langhaus siehe langbau
laterne türmchen mit meist rundem dach am höchsten punkt (scheitel od. auge) einer kuppel - mit lichteinfall z.b. in den chor
lehrgerüst hilfsgerüst beim bau von bögen und gewölben
lettner geschnitzte oder geschmiedete trennwand zwischen dem hauptschiff und dem für die geistlichkeit vorbehaltenen chorraum der kirche
lichtgaden oberer, mit fenstern versehener wandabschnitt des mittelschiffes einer basilika (obergaden)
lisene ein senkrechter, von der wandfläche abstehender wandstreifen ohne basis und kapitell mit gliedernder und stützender funktion
loggia offene bogenhalle oder bogengang in der ital. renaissance
lukarne geschosshoher ausbau des daches mit meist reicher fensterrahmung

index

m
manierismus spätrenaissancearchitektur, die die klassischen regeln unterläuft (überhöhung, dynamik...)
masswerk gotischer bauschmuck (ornament), der mittels zirkel konstruiert und auf steine übertragen wurde.ursprünglich nur für die bogenspitze (zwickel) grosser fenster, später auch zur gliederung von wandflächen. siehe auch bauhütte
maurische architektur architektur der islamischen länder - u.a. in spanien anzutreffen
mittelschiff siehe hauptschiff
modul einheitsmass, von dem alle bauabmessungen abgeleitet werden konnten. in der antiken architektur war dies meist der halbe untere säulendurchmesser.
mosaik aus kleinen glasierten steinen zusammengesetztes abstraktes oder gegenständliches wand, decken- oder bodenbild mit faszinierender leuchtkraft und farbwirkung (ravenna!)
moschee urtyp des islamischen kultbaus

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n
narthex vorhalle altchristlicher und byzantinischer kirchenbauten
naturstein meis aus einer felsformation gehauener, natürlich "gewachsener" stein im gegensatz zum kunststein (backstein / beton)
neobarock stil des historismus, desen formen sich vom barock herleiten lassen
neogotik stilrichtung des historismus, die sich der formensprache der gotik bediente
neoklassizismus wiederauftreten des klassizismus um 1900 in europa (p. behrens)
neoplastizismus von p. mondrians malerei ausgehende stilrichtung. das kubische raumerlebnis wurde in eine flächige darstellung überführt. von der holländischen de-stijl-gruppe auf die architektur übertragen
neorenaissance formen der italienischen renaissance werden von g. semper, schinkel, klenze u.a. im historismus wiederaufgenommen
neoromanik "renaissance" des romanischen stils mit seinen massivn volumen und den rundbögen im historismus (hobson, richardson od. schmitz)
neues bauen teil eines sich entwickelnden internationalen stils nach dem 1. weltkrieg in deutschland (bauhaus)

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o
obelisk hoher sich nach oben verjüngernder steinpfeiler mit pyramidenförmigem abschluss. er galt bei den ägyptern als kultsymbol des sonnengottes. er tritt auch in der baukunst des barock und des klassizismus wieder auf
obergaden die mit fensterreihen durchbrochene mittelschiffwand in kirchen (lichtgaden)
ochsenauge kreisförmiges oder ovales fenster (häufig im barock)
oktogon achteck (griech.). zentralbau mit einem achteckigen grundriss
organisches bauen strömung des "neuen bauens",die die bedürfnisse der bewohner ins zentrum rückt... oft verbunden mit fliessenden, organischen bauformen.
(f.l.wright / e. saarinen / h. scharoun)
ornament verzierungsmotiv, das als geometrische, pflanzliche oder figürliche schmuckform die baukunst bereichert und gliedert. unterschiedliche epochen haben unterschiedliche ornamentformen entwickelt, für die diese zum stilbildenden charakteristikum wurden.

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p
palast amts- und/oder wohnsitz eines herrschers zu repräsentativen zwecken (z.b. schloss)
palladianische bauformen architektur, die sich auf interpretationen von klassischen u. antiken bauformen des renaissancearchitekten a.palladio bezieht. im klassizismus ab dem 18. jahrhundert verbreitet
pergola (ital.) rankgerüst. offener laubengang vor allem im gartenbereich.das von stützen getragene gebälk ist von pflanzen umrankt
peristyl säulenhalle, die einen hof umgibt. (kreuzgang)
pfeiler senkrechte mauerstütze zwischen öffnungen (fenster, türen). im unterschied zur säule verjüngt sich der p. nicht! der p. tritt in verschiedensten formen auf: der wandpfeiler tritt aus der wand hervor (pilaster), der bündelpfeiler ist die bündelung mehrerer rundpfeiler. der strebepfeiler dient zur aufnahme des schräggerichteten gewölbeschubes...
pilaster der wandpfeiler ragt oft nur wenig aus der wand hervor und hat meist dekorativen charakter (bais/ schaft/ kapitell)
polygon vieleck. grundrissform von gebäuden oder ganzen städten
pop art kunstströmung der 1960er jahre, die bilder und objekte des täglichen gebrauchs zum gegenstand der kunst erklären, überhöhen und verfremden (a. warhol / r. rauschenberg / r. lichtenstein u.a.)
portikus von säulen oder pfeilern getragene vorhalle vor der front eines gebäudes. kann auch eine säulenhalle mit rückwärtigem wandabschluss sein
postament unterbau / sockel von stützgliedern oder statuen
postmoderne gegenbewegung zur klassischen moderne. aufhebung des strengen funktionalismus und der säulenordnung zugunsten von spielerischen formengebung (r. venturi / ch. moore / a. rossi u.a.)
profanbau im gegensatz zum "sakralbau" eine un"geweihte" architektur ohne spezielle kultbestimmung. schloss, burg, bürgerbauten
proportionen massverhältnisse zwischen einzelnen bauteilen, beruhend auf einem grundmass
pyramide geometrische form mit quadratischem grundriss nach oben hin spitz zulaufend. ägyptische königsgräber. in verwandelter form und funktion auch heute eingesetzt (louvre-pyramide von i.m. pei)

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q
querschiff/ querhaus bauteil einer kirche, der quer zum längsschiff (langhaus) läuft.

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r
raster gleichmässiges liniennetz beim stadtgrundriss oder im hochbau bei vorhangfassaden
rationalismus
renaissance
retabel
richtungsbau
rippe gewölbe
roccaille
rokkoko
romanik
rose/ rosenfenster mit masswerk geschmückte rundfenster in der gotischen kathedrale
rosette
blütenähliches ornament, bei dem um ein zentrum blütenblätter angeordnet sind.
rotunde
rundbogen bogen
rundplastisch
rustika

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s
säule senkrechte, sich nachoben verjüngende stütze mit kreisrundem querschnitt. die s. ist meistens gegliedert in basis, schaft und kapitell und trägt als bestandteil einer säulenordnung das gebälk.
säulengalerie offener laufgang, bei dem die säule das gliederungsmotiv darstellt
säulenordnung system zur kategorisierung klassischer (antiker) säulen und des zugehörigen gebälks.
die dorische säule hat keine basis, einen kannelierten schaft und eine platte als kapitell.
die ionische säule ist schlanker als die dorische, hat eine basis, einen kannelierten schaft und ein kapitell, dessen enden sich schneckenartig zur volute aufrollen.
als erweiterung zur ionischen hat die korinthische säule ein reicher gestaltetes kapitell aus "akanthusblättern" und voluten an den ecken.
saalkirche sakralbauten
sakralbau im gegensatz zum profanbau ein "geweihtes" bauwerk, das kultischen zwecken dient. kirche, tempel
satteldach dachformen
schaft säule
schalung beton
scheinarchitektur illusionismus
scheitel gewälbe
schiff
schlussstein
school of chicago
schub strebewerk
segmentbogen bogen
seitenschiff
sezession
sheddach dachformen
siedlungsbau
skelettbau
sockel säule
sozialist. realismus
spandrille
spannweite
sparren dachbau
spitzbogen bogen
ständerbauten
stabkirche
stabwerk masswerk
staffelhalle gewölbe
stahlbeton beton
stahlskelettkonstruktion
stalaktiten
standardisierung
stein
stil
strebe
strebewerk kathedrale
stukkatur
sturz architrav
suprematismus
symmetrie

index

t
tür/ tor
türsturz
tambour kuppel/ gewölbe
tektonik
tempel ein nicht-christlicher kultbau. die tempel der antike haben mit ihren umlaufenden säulenhallen vorbildcharakter
terrakotta
therme
tonne gewölbe
triforium
triumphbogen
trockenmauerwerk
tympanon

index

u
umgangschor chorumgang

index

v
vegetabil
verblendung blende
verkröpfung
verputz
vielpassbogen
vierung
vierungsturm
volute spiral- oder schneckenförmig eingerolltes architektonisches zierelement (ionische und korinthische säule/ giebel/ konsolen/ portale)
vorhangfassade curtain wall

index

w
walmdach dachformen
wandaufbau
wanddienst dienst
wandpfeiler pfeiler
werkstein
westwerk
widerlager
wimperg

index

z
zement
zentralbau renaissance
zentralperspektive
ziergibel
zikkurat
zinne
zuckerbäckerstil
zwerggalerie arkadenreihe/ romanik
zwickel
zwillingsfenster

index