14. Dezember 03
Guckkasten gestaltet von Lea Jenni, Prima a!

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Bärenengel

Als ich ein Kind war, spielte ich Tag und Nacht mit meinen kleinen, süssen Bärchen, sie waren wie eine zweite Familie für mich. Meine Mutter baute ihnen ein Haus, sie hatten Kleider, ein Auto... Sie waren mein Ein und Alles, meine kleinen Helden.

Eines Tages in der Weihnachtszeit, war ich viel zu spät aufgestanden, um noch rechtzeitig in den Kindergarten zu kommen. Ich musste also die Abkürzung durch den stockdunklen Wald nehmen, obwohl man uns Kindern dies strengstens verboten hatte, da dieser angeblich sehr gefährlich sei. Ich fand den Wald jedoch ziemlich geheimnisvoll und dass er „verboten“ war, machte ihn noch viel interessanter. Ich konnte der Versuchung nicht widerstehen und entschied mich für die Abkürzung. Verträumt wie ich war, lief ich kreuz und quer durch unseren Wald, ohne auf den Weg zu achten. Ich verirrte mich also, ohne es zu merken und hätte den Ausgang wohl nie mehr gefunden, wenn ich nicht plötzlich einen sanften Windstoss gespürt hätte. Zudem erklang eine weihnachtliche Musik und auf einmal wurde der eben noch stockfinstere Wald taghell. Ich glaubte ein Wunder sei geschehen. Ich schaute nach oben, wo ich einen wunderschönen Engel in der Gestalt eines Bärens sah. Er leuchtete mir den Weg, so dass ich problemlos den Waldausgang fand. Ehe ich mein Glück fassen und mich beim Bärenengel bedanken konnte, war er so plötzlich wie er mir erschienen ist, auch wieder Spurlos verschwunden. Als ich mein Abenteuer im Kindergarten erzählte, kauften sie mir die Geschichte nicht ab.

Und trotzdem glaubte ich nach diesem Erlebnis an meinen Bärenhimmel und seine Bärenengel, die ich mir so oft gewünscht hatte... Oder hatte ich es doch nur geträumt?

Lea Jenni, Prima A